10 Tage Roadtrip durch Nova Scotia, Prince Edward Island und New Brunswick, die vielleicht kleinsten und unbekanntesten Provinzen von Kanada. Angefangen hat alles damit, das Janina vom Cape Breton. Nationalpark, Nova Scotia Bilder gesehen hat. Also nichts wie hin.
Mit der Bahn sind wir von Montreal nochmal über Nacht nach Moncton, New Brunswick gefahren. Diesmal hatten wir die Economy Plus Klasse. Das war von uns nicht beabsichtigt, aber die Sitze waren viel bequemer und das Abteil natürlich viel schöner.
In Moncton angekommen, gab es nicht sehr viel zu sehen. Evtl. lag es auch daran, dass wir an einem Feiertag angekommen sind. Am nächsten Tag haben wir dort unseren Mietwagen abgeholt. Leider mussten wir knapp 2 Stunden warten, da Hertz wohl keine Autos zur Verfügung hatte. Dafür haben wir ein kostenloses Upgrade bekommen - einen SUV. Zuerst haben wir uns nur minimal gefreut, da ein SUV auch gleich viel mehr verbraucht, aber später kommt der Punkt wo wir doch sehr dankbar waren. Zumal die Spritkosten nicht so hoch waren.
Von Moncton sind wir nach Halifax gefahren, die Hauptstadt von Nova Scotia. Leider hat es nur in Strömen geregnet und dazu war es teilweise mega windig, sodass wir von der Stadt nicht so viel hatten. Wir sind auch nur für 2 Stunden geblieben. Hat echt ein paar süße Ecken, aber der Regen hat es echt ungemütlich gemacht. Anschließend sind wir zu einem umliegenden Outlet Center gefahren, wo Janina sich neue Winterschuhe gekauft hat, die auch Temperaturen von -30 Grad aushalten bzw. die Füße warm halten, da sie ja den Winter weiter hier verbringt und bei einer Farm arbeiten wird. Übernachtet haben wir bei Lunenburg, einem kleinen Fischerort. Eines der schönsten Örtchen wo wir bisher waren! Die Häuser waren alles aus Holz verkleidet und in schönen Farben angepinselt. Auch alle echt gut in Schuss gehalten. Dort haben wir es sehr genossen, trotz der -3 Grad und dem kalten Wind. Anschließend sind wir nach Peggy Cove gefahren, einem noch kleinerem Örtchen, mit nur 35 Einwohnern. Was diesen Ort so berühmt macht?! Der Leuchtturm, auf Platz 2 der meist fotografiertesten Leuchttürme der Welt. Schön war es auf jeden Fall, warum der soo beliebt ist haben wir nicht herausgefunden. Dort haben wir was warmes getrunken und einen warmen Apfelstrudel gegessen und das mit schöner Aussicht.
Weiter ging’s bei teilweise schönen Wetter Richtung Cape Breton Island, wo wir in der Nähe vom Nationalpark eine Unterkunft für 4 Nächte gebucht hatten. Endlich mal was auspacken und die Duschsachen im Bad stehen lassen zu können. Das nennt man Luxus!
Auf halber Strecke haben wir nochmal kurz gestoppt und wir haben getauscht, weil Janina was müde und kaputt war. Da ich unter 25 Jahre bin, kostet es bedeutend mehr mich bei der Autovermietung als Zweitfahrer anzumelden, also psst. Und ausgerechnet wo ich dann mal fahre geraten wir in einen Schneesturm. So heftig, dass wir mitten auf dem Highway anhalten mussten, da wir wirklich nichts gesehen haben. Wir haben auf Autokolonnen gewartet, an die wir uns dran gehangen haben. Aber irgendwann sind auch die LKWs auf dem Highway stecken geblieben. Das war der Moment wo wir für unseren Geländewagen dankbar waren. Irgendwann hat es was abgeschwächt, aber wir mussten teilweise uns mit Google Maps den Weg suchen, da man nicht so gut erkennen konnte wo es lang geht. Schlussendlich sind wir 2 Stunden später angekommen als geplant. Am nächsten Tag sind wir den Morgen entspannt angegangen. Wir hatten jeder sein eigenes Zimmer und Bett, das war nochmal richtig schön.
Leider waren die Blätter alle schon abgefallen, Janina hatte gehofft den Park in den schönen Herbstfarben sehen zu können. Wir sind einen schönen Weg entlang der Küste gegangen und dann noch einen auf einen Berg mit einer schönen Aussicht über die Bucht. Das sollte aber für den Tag reichen, da wir von der Fahrt noch was platt waren. Der nächste Tag wurde noch entspannter, denn Janina ist richtig heftig krank geworden. Sie ist tatsächlich erst um 16 Uhr aufgestanden, da wurde es auch wieder dunkel. Ich hab den Tag schön auf der Couch verbracht, auch schön sich nochmal auszuruhen und nichts zu machen.
Am 3. Tag sind wir nochmal weiter in den Park rein gefahren, sind zu einem Wasserfall gelaufen und zu einem Bergsee. Es war wieder nicht so schönes Wetter, etwas windig und leichter Schneefall. Langsam sind wir das echt satt. Unser Highlight vom Park folgte am letzten Tag, das in wir zum Skyline Walk gefahren, welcher auch der bekannteste Weg des Nationalparks war. Dort haben wir das erstmal andere Wanderer getroffen, ansonsten waren wir immer alleine. Der Weg war richtig gut angelegt und führte zur Küste, von wo wir eine gute Sicht auf den Park und die andere Küstenbucht hatten. Das Wetter war schön, für die Verhältnisse. An der Küste entlang sind wir wieder zurück Richtung Festland. Dabei haben wir das erste mal so richtig den Sonnenuntergang gesehen.
Von der einen Insel runter ging es am nächsten Tag auf die nächste: Prince Edward Island, die kleinste und auch bevölkerungsärmste Provinz Kanadas. Die Hauptstadt, Charlottetown, ist wieder einmal eine echt süße Stadt gewesen. Diesmal weniger die Holzhäuser sondern mehr so alte Kolonial-Steinhäuser. In der Stadt war auch nicht so viel los, und wir waren alleine im Restaurant Fish&Chips essen. Wieder sehr lecker, nur diesmal etwas zu fischig für mich. Als Nachgang gab es von einer örtlichen Eismanufraktur Nanaimo Bär Eis.
Übernachtet haben wir in einer Wohnung auf einem kleinen Pferdehof - Janina ist im Himmel. Sie war jeden Tag die Pferde im Stall besuchen. Die Wohnung ist aber auch nennenswert. Richtig schön gemütlich eingerichtet, mit frischen Freilandeiern und einem Yoga Raum. Wir haben uns dort richtig wohl gefühlt, und wären am liebsten dort länger geblieben, aber für mehr als 2 Nächte hatten wir leider keine Zeit.
Auf der Insel waren wir noch im Prince Edward Island Nationalpark, welcher für seine Strände und roten Kliffen bekannt ist. Allgemein ist die Erde auf der Insel was rötlicher. Es war nur leider kein Strandwetter, hatte ein bisschen was von Nordsee Wetter. Auch schön. Das wir in der Nebensaison da waren wurde deutlich, als wir in einem kleinen Örtchen halten wollten. In Reisebüchern wurde über das Städtchen berichtet, da eine wohl bekannte kanadische Autorin ein Kinderbuch „Anne auf Ähren Gables“ geschrieben hat, was sich dort abspielt. Dafür haben die extra einen Stadtteil nach dem Buch nachgebaut. Dieser Stadtteil war abgeschlossen und abgesperrt. Aber da wir schonmal da waren, sind wir über die Absperrung gesprungen und haben uns die Häuschen angeguckt. War wie in einer verlassenen Western Stadt. Ursprünglich hatten wir gehofft dort ein nettes Café zu finden, aber selbst die kanadische Kette Tim Hortons hatte zu.
Eigentlich wollten wir am nächsten Tag nach Joggings fahren. Dieser Ort liegt bei der Bay of Fundy, wo es die weltweit den stärksten Unterschied des Wasserpegels gibt. Bekannt ist dieser Ort für die Fossilien die man dort bei Ebbe sieht. Zum Glück haben wir am Tag vorher uns nochmal informiert, und die waren abgesperrt. Also sind wir stattdessen zu den Hopewell Rocks gefahren, welche auch auf der Liste standen, aber nicht zwingend bei Ebbe gesehen haben muss. Aber cooler wäre es schön gewesen, und wieder einmal standen wir vor verschlossenen Toren. Wir also am Tor vorbei, wieder durch eine menschenleere Touristenbereich runter zum Strand. Aus Schutz haben die die Treppen hochgezogen, sodass man runterspringen musste. Zum Glück kam jemand der erfahren aussah und hat uns unterstützt, sonst wären wir nicht runter gegangen was schade gewesen wäre. So konnten wir richtig nah an die freistehenden Felsen und erkennen wie hoch das Wasser bei Hochwasser ist. Dort sind wir dann durch gewandert. Am nächsten Tag wollten wir beim Nationalpark von Bay of Fundy, by the way ein UNESCO Kulturerbe, ein paar Wege zu Wasserfällen und entlang der Küste gehen. Natürlich waren die Wege wieder versperrt, aber das war uns zu weit um dahin zu laufen, also sind wir einen anderen Weg gegangen, der Bewegung wegen und sind dann noch zu einem Aussichtspunkt gefahren.
Am nächsten Tag haben wir das Auto dann wieder in Moncton abgegeben und sind von dort weiter nach Quebec gefahren.