10 Tage Tasmanien, 8 Tage Natur pur!
Nach dem langen trip von Canberra nach Melbourne ging es noch am selben Tag nach Hobart, Tasmanien. Binnen 2 Tagen ist Janina Tasmanien-Experte geworden, indem sie alles für uns interessante rausgeschrieben hat und darauf basierend haben wir unsere Route überlegt. Aber erstmal ging es nach Hobart, die Hauptstadt von Tassi. Dort haben wir drei Nächte in einem Hostel übernachtet. Am ersten Tag sind wir erst abends angekommen, also sind wir relativ zügig schlafen gegangen. Die darauf folgenden Tage haben wir die Stadt erkundet. Nach unserem Schema sind wir einfach mal drauf los gelaufen und dabei haben wir viele schöne Sachen gesehen. Die Stadt hat viele alte, aber restaurierte Häuser, was einfach wunderschön aussieht und der Stadt einen tollen Charme verleiht. Desweiteren haben wir uns einen Abend mit einer Karte und allen gesammelten Informationen und Unterlagen hingesetzt und haben unsere Route geplant. Anfang Januar haben wir einen Campervan gemietet, mit dem wir durch Tasmanien fahren wollten, und es auch gemacht haben.
Am Morgen des 21. Januars haben wir unser kleines Heim abgeholt und sind sofort los zu unserem ersten Ziel gefahren: Richmond. Dort gibt es die älteste Brücke und Kirche Australiens. Ansonsten geht da auch nicht viel, bis auf Touristen, die sich genau das angucken, wie wir. Anschließend sind wir weiter und haben in Sorell beim coles halt gemacht, weil wir für die nächsten Tage noch einiges zu essen brauchten. Der Campervan hat einen Kühlschrank, weswegen das alles ganz easy war. Weiter ging die Fahrt zum Eagle Harkneck wo es schöne Strände, tolle Aussichtspunkte, steile und hohe Klippen und eine Art Torbogen in der Felswand. Alles ist durch die Wucht des Wasser entstanden. Dort sind wir einwenig herumgewandert und haben uns alles in Ruhe angesehen.
Am Nachmittag sind wir an unserem reservierten Campingplatz angekommen, wo wir erstmal gekocht haben. Spinat Tortellini mit Cabonara :)) Es war unser erster Campingplatz und wir sind ins kalte Wasser gesprungen, Wort wörtlich, denn es gab ein Strom, fließendes Trinkwasser und Plumpsklos!
Als Verdauungsspaziergang wollten wir eine 1,5 stündige Wanderung entlang der Bucht machen, aber die Tatsache, dass es schon fast abends war, Janina und ich keine Abenteurer sind und keine Lust auf Begegnungen mit giftigen Tieren haben wollten und der Weg sehr schmal aussah, sind wir nach einer halben Stunde den weg wieder zurück gewatschelt. Zum Schluss ist Janina beim Sprung über ein Bach ausgerutscht und hat ihre Schuhe und Hose nass gemacht..
Wir also zurück zum Campervan, alles Bett fertig gemacht und dann auch langsam schlafen gegangen.
Der nächste Morgen. Janina und ich sind gut geübte Langschläfer, aber hier mussten wir uns einen anderen Schlafrythmus angewöhnen. Um 7 Uhr ging der Wecker. Bis man mal alles aufgeräumt und fertig hat dauert es eine Weile. Nach dem Frühstück sind wir nochmal los. Diesmal war das ein schöner bearbeiteter Weg mit vielen Steinstufen die man hoch gehen muss. Nach einer Stunde war uns das alles zu bunt. Es sollte wieder runter und hoch. Wir haben von unser Position alles sehen können was es später vom nahen zu sehen gegeben hätte, also sind wir umgekehrt. Auf dem weg haben wir nochmal ein Wallaby und eine Schnabeligel gesehen, sehr süß.
Mittags waren wir in Port Arthur. Geplant war australiens ältestes Gefängnis und drum herum zu besichtigen, nur sollte der Spaß zu viel Eintritt kosten und somit haben wir es gelassen. Außerdem hat es geregnet, dann sind doch die wenigsten Sachen schön. Also ging es weiter die Ostküste hoch zum Freycient Nationalpark. Die Strecke dort hin wäre wunderschön gewesen, hätten wir nicht eine "Abkürzung" genommen, wo der Weg nur von Schlaglöchern übersät ist. Auf dem Highway hatten wir eine super Aussicht aufs Meer und Wälder.
Abends sind wir auf dem Campingplatz angekommen. Für jede zweite Nacht haben wir uns einen Campingplatz mit Strom und duschen gesucht, so einen hatten wir dann auch. Dieser lag auch noch direkt am Strand, sodass man zum einschlafen das Meerrauschen gehört hat. :)
Am nächsten Tag ging es zu Wineglass Bay, oder eher gesagt dem Aussichtspunkt, von wo man eine traumhafte Aussicht genießen kann und das auch noch bei gutem Wetter. Anschließend ging es zu Cape Tourville und Friendly Beaches. An dem Strand haben wir auch unser Mittag snack gehabt und sind mit den Füßen ins kalte aber klare Wasser gegangen. Es muss also mittags gewesen sein, als wir weiter gefahren sind. Auf dem weg zum Mount Williams Nationalpark gab es eine kurze Eispause in Bicheno und tanken in St. Helens. Die Strecke bis St. Helens ging am Wasser entlang und war wiedermal schön und danach ging die Straße ins Landinnere und wurde verdammt kurvig und eng. Wir sind durch kleine Dörfchen gefahren, wo wir noch nicht mal angehalten hätten auch wenn wir dringend aufs Klo müssten. So creepy wie die Häuser aussahen. Irgendwo haben uns zwei weibliche Gestalten freudig zugewunken. Witzigerweise hieß die Strecke auch noch A3, die Ähnlichkeit war verblüffend.
Im Mount William Nationalpark sind wir ebenfalls nachmittags angekommen, perfekt um den Kangaroo Drive abzufahren. Am späten Nachmittag sollten normalerweise Kangaroos, Wallabies und Wombatse raus kommen, aber wir haben "nur" Wallabies gesehen bzw erkannt. Oh, und ich bin diesen Drive gefahren, war Hamme wieder zu fahren, aber psst. :D niedergelassen haben wir uns auf einem Campingplatz ohne Strom, Wasser und richtigen Toiletten, hieß es gab ein Plumpsklo und das hat so richtig gestunken! :( :D Allerdings gab es dort auch echt nette Menschen, ein Pärchen hat uns gefragt, ob wir irgendwas benötigen, aber was die nicht wusste, dass Janina und ich top organisiert waren. Hihi
Am nächsten Morgen ging es dann auf zu einem morgendlichen Verdauungsspaziergang. Wir sind 2 Stunden lang einen walking track gegangen in der Hoffnung irgendwelche Tiere zusehen, bis auf ein paar Vögel war es eine Pleite. Dafür hat der Weg zu einem abgelegenen Strand geführt, wo es sonst nicht hingeht. Außerdem haben wir unser Glück nochmal im Kangaroo Drive versucht, aber da ging am Vormittag noch weniger ab.
Am frühen Nachmittag sind wir in Launceston angekommen, wo wir nach 3 Tagen mit dem Campervan zum ersten mal an einer Ampel standen. Der Campingplatz war relativ zentral und wir hatten von unserem Platz aus eine super Aussicht. Leider war auch in der Stadt nicht mehr so viel los, bis auf freies WLAN im zentrum. und das an einem Samstag Nachmittag. Halb so wild, der nächste Tag sollte lang werden, und das war er auch, aber sehr schön.
Wir sind zu den Marakooper Caves gefahren, wo wir an einer Führung teilgenommen haben. Von früher kenne ich Tropfsteinhöhlen, aber in dieser gab es Glühwürmchen, die im Dunkeln wie ein Sternenhimmel aussahen. Dahin zu kam noch, der witzige Guide, es hat sich also gelohnt! Anschließend ging es zu dem berühmten Cradle Mountain. Später habe ich gelesen, dass es dort nur 50 freie Regentage im Jahr gibt, was erklärt wie grün der Wald war und so stark mit Moos bedeckt, außerdem was für ein Glück wir nicht hatten, denn es hatte geregnet. Dennoch war es wie im Märchenwald, unbeschreiblich schön. Wir haben versucht die regenfreien Momente zu nutzen um kurze Wanderwege zu gehen. Nach einem waren wir so pissig und nass, dass wir uns in der Nobellodge eine heiße Schokolade gegönnt haben. Die Lodge war auch ein Traum, mitten in der Natur, nichts drum herum, urig eingerichtet mit mindestens einen Kamin in jedem Zimmer und große und bequeme Sofas. Und dann hat auch noch jemand angefangen Klavier zu spielen. Janina und ich wollten einfach nicht gehen. Wir dachten uns so scheiß aufs Geld, wir leisten uns hier ein geiles Zimmer und chillen hier einfach was ab. Wir haben uns aber erst garnicht getraut nach dem Preis pro Nacht zu fragen. :D
Am späten Nachmittag sind wir zu unserem Campingplatz gedüst, welcher auch echt schön war. Wir sind auch relativ früh schlafen gegangen, weil der nächste Tag noch länger werden sollte. Und das war er auch. Pünktlich um 7 Uhr ging der Wecker, damit wir zeitig auf der Piste sind. Wir wollten die Strecke an der Nordküste entlang fahren und ab Burnie runter zu Tasmaniens längsten Wasserfall. Auf der Fahrt dorthin habe ich gelesen, dass man zu diesen Wasserfall 3 Stunden mit Rückweg läuft. Ansich wäre das kein Problem gewesen, aber der Zeitdruck hing uns im Nacken, also ging es weiter zum Franklin River Nationalpark. Durch den ging ein Highway wo es kleine Parkbuchten gab von wo aus Wanderwege abgingen. Zuerst ging es zu den Nelson falls, dann auf den Donaghys hill, von wo man eine super Aussicht über das Tal und andere Berge hatte und zu letzt zu dem Franklin River. Die Bilder sprechen für sich.
Als letzter Punkt auf dem Tagesplan war Lake Saint Claire. Dieser See gehört mit zum Cradle Mountain Nationalpark, aber es gibt für Autos keine direkte Verbindung. Dort sind wir schön spazieren gegangen und hatten viele unterschiedliche Einblicke auf den ruhigen See. Am liebsten hätten wir uns dort nieder gelassen. Dort haben wir uns erhofft Schnabeltiere zu sehen, vergeblich. Dennoch war es schön und unwahrscheinlich ruhig und friedlich dort.
Es war bereits früher Abend und wir mussten noch 1,5 Stunden bis zu unserem Campingplatz fahren. Zum Glück war es erst um 21 Uhr wirklich dunkel. Im Dunkeln wollten wir nämlich nicht mehr auf der Straße sein. Es hatte sich aber wieder einmal gelohnt, neben dem schönem See, der Natur und den vielen Wallabies haben wir einen Wombat gesehen! Dieser kleiner Fratz ist am Straßenrand entlang gegangen. Wir sind total ausgerastet, erst recht Janina, weil sie die total süß findet und immer eins in Natura sehen wollte. Leider war das Vieh schneller als gedacht und war schon weg, als wir aus dem Auto gesprungen sind. (Keine sorge, Janina konnte noch normal bremsen, an den Straßenrand fahren und sehen, dass keiner hinter uns war.)
Total zufrieden ging es also zu unserem Campingplatz, der direkt neben einem Friedhof war. Das ist natürlich klasse gewesen. Geplant war am nächsten Morgen duschen zu gehen, was uns aber der Campingplatz nicht ermöglichte, obwohl ich danach gefragt hatte. Die Duschen waren außer Betrieb, auch die bei den Männern. Da haben wir bösen Verbrecher es nicht eingesehen noch irgendwo hin zufahren, um für die Nacht zu bezahlen. Hihi, geduscht haben wir auf einem Campingplatz ein Dorf weiter, wo man $1 bezahlen musste. Haben also eine Menge Geld gespart. :D
Mittags waren wir im Mount Field Nationalpark, welcher mit dem Mount Williams Nationalpark die ersten Nationalparks Tasmaniens sind. Dort gab es Bäume, die bis zu 80 Meter hoch sind. Unbeschreiblich was für eine Wucht ein solcher Baum ist. Außerdem gibt es dort 2 Wasserfälle, die ebenfalls wunderschön sind. Nach einem herrlichem Mittagessen sind wir über Hobart nach Southport gefahren, wo unser letzter Campingplatz war. Der erste Eindruck von diesem war recht gut, aber als am nächsten Morgen der Strom nicht funktioniert hat um sein Toast zu toasten oder das Wasser zu kochen und kein Verantwortlicher zufinden war, hat sich das schöne Bild geändert. Hinzu kam, dass die duschen und Toilettenspühlung nicht funktioniert haben. Nur gut, dass wir weiter gefahren sind, oder auch nicht, denn als letztes wollten wir zu den Hastings Thermal springs. Wir dachten, das wären so Naturpools wie in Island. War wohl nichts, denn es sah aus wie ein ganz normaler Pool, und für einen normalen Pool im regen wollte ich kein Geld bezahlen. Also ging es den ganzen Weg wieder hoch nach Hobart. Auf dem Weg haben wir in Kingston Beach halt gemacht, haben uns dort in ein Café gesetzt und später Mittagessen im camper gekocht. Man muss sagen, dass so ein Campervan einige Vorteile hat, man kann sich immer gemütlich hinlegen, wenn man gerade müde ist und jeder zeit essen kochen. (Y)
Nachteile wären der hohe Spritverbrauch, die Größe und die Tatsache wie ungelenklich die Dinger sind, und dass es dennoch in der Nacht biestig kalt werden kann.
In Hobart haben wir nochmal voll getankt (wir mussten zwischendurch auch immer mal wieder tanken, hab es nur nicht immer berichtet) und waren mittags am Flughafen um unser "Bebi". Um halb fünf ging dann auch unser Flieger nach Melbourne.
Tasmanien, ein fleckchen Erde wo sich die Vegetation binnen kurzer Fahrtzeit verändert. Zuerst hat man das Meer und die flache Landschaft genossen und plötzlich landet man auf der kurvigsten Strecke die Berge hoch, welche dicht bewachsen sind. Und wie aus dem nichts steht man plötzlich in einer relativ großen Stadt an der Ampel. Von Märchenwald über Riesenbäume und Kuhweiden bis hin zu Steppland und Meer plus wunderschönen Stränden, so vielseitig kann nur Tasmanien sein. :)
Irgendwann hat der Urlaub ein Ende und der Ernst des Lebens beginnt wieder. Wir sind dann mal wieder auf Jobsuche.